Noch Fragen?

Viele Bürger sind überrascht, wenn sie hören, dass es neben der Berufsfeuerwehr in Hamburg 86 Freiwillige Feuerwehren gibt – und dass bei fast allen Einsätzen auch ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und -männer dabei sind. Genauso wissen viele Hamburgerinnen und Hamburger nicht, dass bei der Feuerwehr jeder mitmachen kann und willkommen ist, auch ohne Vorkenntnisse. Hier beantworten wir die Fragen, die uns immer wieder gestellt werden.

Warum gibt es Freiwillige Feuerwehren in Hamburg?

In den meisten Teilen Deutschlands gibt es nur Freiwillige Feuerwehren. Dort stehen Ehrenamtliche bereit, wenn bei Bränden oder Unfällen Hilfe benötigt wird. In Großstädten wie Hamburg ist eine Berufsfeuerwehr vorgeschrieben, unter anderem weil Freiwillige die Vielzahl an Einsätzen gar nicht mehr bewerkstelligen könnten. Warum braucht es trotzdem in Hamburg noch Freiwillige Feuerwehren?

Weil gerade bei vielen Großlagen, etwa großen Bränden oder Unwettern, viel mehr Einsatzkräfte benötigt werden, als die Berufsfeuerwehr ständig vorhalten kann. In einer Schicht der Berufsfeuerwehr sind ohne Rettungsdienst etwa 280 Beamte im Dienst. Die Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg können jederzeit weitere 2600 Feuerwehrfrauen und -männer mobilisieren. Zudem unterstützen die Freiwilligen Feuerwehren die Berufsfeuerwehr bei der täglichen Arbeit, vor allem bei der Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung.

Hier seht ihr die Verteilung der Feuerwachen in Hamburg:

Übersicht Feuerwehren in Hamburg.

Äußerlich sind Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr in Hamburg übrigens kaum zu unterscheiden. Nur wer auf die richtigen Details achtet, erkennt, wer zu wem gehört: Die Berufsfeuerwehren tragen etwa die zweistellige Ziffer ihrer Wache am Helm, die Freiwilligen die vierstellige Ziffer ihrer Wehr. Wir von der FF Altona sind an der Nummer 1928 zu erkennen. Meistens sind wir mit Kollegen der Feuer- und Rettungswache Innenstadt (F11), Altona (F12) oder Rotherbaum (F13) unterwegs.

Welche Einsätze hat die Freiwillige Feuerwehr?

Die bekannteste Aufgabe der Feuerwehr ist der Brandschutz. Daneben rücken wir zur Technischen Hilfeleistung aus, etwa bei Verkehrsunfällen oder wenn bei Sturm Bäume umzufallen drohen oder Wasser in Keller läuft. Wir als Freiwillige Feuerwehr Altona werden zu etwa 200 Einsätze im Jahr alarmiert. Oft ist ein echtes oder vermutetes Feuer der Grund, das Spektrum reicht von der Brandmeldeanlage im Möbelhaus über den brennenden Mülleimer im Wohlers Park bis zum Wohnungsbrand.

Die Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg haben zudem noch jeweils eine Spezialaufgabe. In Altona unterstützen wir als Fernmelder bei Großeinsätzen die Einsatzleitung bei allem, was mit Information und Kommunikation zu tun hat. Wir wickeln etwa den Funk mit der Einsatzleitstelle ab und dokumentieren den Einsatz.

Wie entscheidet sich, wann die Berufsfeuerwehr und wann die Freiwillige Feuerwehr ausrücken?

Das entscheidet die Einsatzleitstelle der Feuerwehr auf Basis fester Regeln. Grundsätzlich gilt: Bei größeren Einsätzen, also etwa einem Wohnungsbrand, rücken immer mehrere Löschfahrzeuge aus, in der Regel werden sowohl die örtliche Freiwillige Feuerwehr als auch die nächstgelegene Wache der Berufsfeuerwehr alarmiert, am Einsatzort arbeiten beide zusammen.

Wenn ein sogenannter Zug ausrückt, bedeutet das in Hamburg konkret: Es kommen ein sogenannter Einsatzleitwagen der Berufsfeuerwehr mit zwei Feuerwehrleuten, eine Drehleiter mit zwei Beamten der Berufsfeuerwehr, ein Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr mit sechs Feuerwehrleuten und ein Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr mit sechs Kameraden.

Bei kleineren Einsätzen, etwa dem Brand eines Müllcontainers, wird nur ein Löschfahrzeug der nächstgelegenen Wache alarmiert. Das kann je nach Einsatzort eine Freiwillige Feuerwehr oder eine Berufsfeuerwehr sein.

Wie läuft eine Alarmierung dann bei euch konkret ab?

Alle Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren haben einen sogenannten DME, einen Digitalen Meldeempfänger, umgangssprachlich meist Pieper genannt. Wenn die Feuerwehreinsatzzentrale nach Eingang des Notrufs unsere Wehr alarmiert, springt der Alarm unserer DME an. Das kann einen in den unterschiedlichsten Situationen treffen: an der Arbeit, beim Einkaufen, während des Tatorts, beim Sport oder – das ist bei uns häufig der Fall – im Bett. Sobald der Alarm geht, ist es unsere Pflicht, unverzüglich und auf schnellstem Wege in unser Gerätehaus zu laufen bzw. zu fahren. Dort ziehen wir die Schutzausrüstung über, steigen auf die Fahrzeuge und fahren zum Einsatz. Spätestens 13 Minuten nach der Alarmierung ist unser erstes Fahrzeug an der Einsatzstelle.

Was erwarten mich bei euch für Typen?

In einer Freiwilligen Feuerwehr kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Anders als viele vermuten, engagieren sich nicht überwiegend handwerkliche Berufsgruppen bei uns. Schüler, Azubis, Studenten, Schiffsbauer, Ingenieure, Rechtsanwälte, fast alle Berufsgruppen sind vertreten. Wir sind Anwohner, die gemeinsam einen Beitrag für die Sicherheit im Stadtteil leisten wollen. Ebenso sind die Freiwilligen Feuerwehren häufig auch eine wichtige Institution für das soziale Miteinander im Ort, zum Beispiel bei Osterfeuer, Stadtteilfest oder Laternenumzug.

Wie werde ich nach der Aufnahme zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau?

Jeder, der bei uns anfängt, darf erst einmal in unser Wehrleben reinschnuppern. Wenn du uns nach ein paar Wochen ein bisschen kennengelernt hast, stellt sich dann die entscheidende Frage: Hast du Lust, Feuerwehrmann oder -frau zu werden? Schon in den ersten Wochen wirst du bei unseren wöchentlichen Übungsabenden erste Handgriffe und Feuerwehrbegriffe lernen, anschließend bereiten wir dich auch zusätzlich zu den Übungsabenden gezielt darauf vor, die sogenannte Grundausbildung (GAL) zu beginnen. Über mehrere Monate hinweg wirst du dort dann an den Abenden und Wochenenden in Brandschutz, Technischer Gefahrenabwehr und Erster Hilfe ausgebildet.

Nach der Truppmannprüfung wirst du dann vom Anwärter offiziell zur Feuerwehrfrau bzw. zum Feuerwehrmann. Doch das Lernen hat dann noch kein Ende: Als nächstes müssen alle Feuerwehrleute bei uns die Ausbildung zum Sprechfunker durchlaufen, anschließend machen die meisten einen Lehrgang zum Atemschutzgeräteträger. Danach, also nach gut 200 Stunden Ausbildung in etwa zwei Jahren, hast du eine gute Grundlage an Wissen und Fertigkeiten erworben, die man dann in vielen Fortbildungen noch über viele Jahre weiterentwickeln kann.

Was ist der häufigste Grund, warum Leute bei euch wieder austreten?

Leider verlassen uns immer wieder Kameradinnen und Kameraden nach einigen Monaten, weil sie unterschätzt haben, wie anstrengend und fordernd unser Ehrenamt sein kann. Brände halten sich unglücklicherweise weder an die Bürozeiten, noch an die Schlafenszeiten der meisten Menschen. Das heißt: Wir müssen leider regelmäßig mitten in der Nacht aufstehen, zur Wache fahren und dann zu Einsätzen ausrücken. Morgens um 3.30 Uhr aufzustehen, ist nicht jedermanns Sache – und das ist auch nicht schlimm. Aber wer größere Schwierigkeiten mit dem nächtlichen Aufstehen hat, wird an unserem Hobby keine Freude finden. Denn die Beteiligung an Einsätzen ist per Gesetz für alle Mitglieder Pflicht – außer natürlich, man ist krank, im Urlaub oder gerade nicht in unserem Einsatzrevier.

Wie kann ich konkret Mitglied werden?

Für die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich. Wer zwischen 17 und 60 Jahren alt ist, kann sich bei uns engagieren. Er oder sie sollte allerdings körperlich und psychisch fit sein, um eine zusätzliche Gefährdung für sich und andere auszuschließen. Zu Beginn können Interessentinnen und Interessenten uns ganz unverbindlich kennenlernen. Später wirst du dann nach und nach ausgebildet in allem, was du im Einsatz wissen musst. Du willst mitmachen? Schreib uns eine Nachricht – das Kontaktformular findest du am Ende dieser Seite.