Von Eichhörnchen und anderen Katastrophen

Mehrere Großfeuer, eine Massenkarambolage und ein gerettetes Eichhörnchen – in der vergangenen Woche hatten wir jede Menge zu tun. Insgesamt sind wir innerhalb von sieben Tagen neun Mal ausgerückt, haben dabei viele Hundert Mann Stunden freiwillig Einsatz geleistet. 

Die spektakulärsten Einsätze waren dabei drei Großfeuer. Sowohl zum Brand einer Lagerhalle in Wilhelmsburg als auch nur einen Tag später zu einem Brand im Hinterhof eines Mehrfamilienhauses in der Marckmannstraße in Rothenburgsort wurden wir mit unserem Gerätewagen Fernmelde alarmiert. Wir sind vor Ort die sogenannte Führungsunterstützung, konkret also so etwas wie das Büro der Einsatzleitung. Wir kümmern uns in solchen Einsätzen beispielsweise um den Funk und die Kommunikation mit der Einsatzleitstelle, stellen die Lage an der Einsatzstelle grafisch dar, und helfen dabei, die Einsatzzeiten der beteiligten Kräfte im Blick zu halten. 

Zum dritten Großfeuer am Freitag, bei dem ein Bootshaus in Winterhude brannte, wurden wir mit unseren Löschfahrzeugen alarmiert. Hier konnten wir bei der Wasserversorgung aus dem Alsterkanal helfen und mit Wasserwerfern eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindern. Zum Glück wurde bei allen drei Einsätzen niemand verletzt. 

Weniger erfreulich war einen Tag zuvor leider ein weiterer Einsatz in Altona. Wir wurden zu einem Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person in einer Tempo-30-Zone gerufen. Dass es bei Unfällen in einer verkehrsberuhigten Zone eingeklemmte Personen gibt, ist ungewöhnlich. Noch erstaunter waren wir bei der Ankunft, dass insgesamt 12 Fahrzeuge am Unfall an einer Kreuzung beteiligt waren. Die Polizei muss nun klären, wie es zu diesem Unfall kam. Unsere Gedanken sind bei der schwer verletzten Frau, die offenbar keine Schuld an dem Unfall trug. 

Am längsten werden wir aber wohl noch an einen Einsatz wenige Stunden zuvor zurückdenken – bei dem nicht weniger als zwei Kamerateams und drei Fotografen uns zuschauten. Zur Mittagszeit erschien auf unseren Meldern die Alarmierung „TIER“. Als wir an der Einsatzstelle unweit unserer Wache ankamen, sahen wir, wer da in Not geraten war: ein Eichhörnchen, das an einer Hauswand in etwa acht Meter Höhe in einem Loch feststeckte. Kindergartenkinder hatten es beim Spielen entdeckt, die Erzieherin den Notruf gewählt. Selten wurden wir an einer Einsatzstelle von so vielen großen Augen erwartet. Wir bauten die Schiebleiter auf, improvisierten mit einer Wolldecke ein Sprungtuch. Doch so einfach war die Sache nicht: Das Eichhörnchen klemmte ordentlich fest. Ein Kamerad musste mit leichtem Werkzeug das Loch vergrößern. Dann konnte sich das Tier befreien, sprang an der Wand herunter und verschwand in einem Gebüsch. Am Ende gab es Applaus von den kleinen Zuschauern – und wir waren sehr gerührt.  

Bei weiterem Interesse sind Presseberichte vier unserer umfangreicheren Einsätze hier nochmal chronologisch geordnet aufgelistet:

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